Akupunktur

Sie dient der gezielten Beeinflussung des Qi-Flusses mithilfe von Akupunkturnadeln. Sie ist ein Bindeglied zwischen unterschiedlichen Polen der Heilungskräfte.

Man kann sich den menschlichen Körper wie eine Landschaft vorstellen. Der Heilpraktiker ist in diesem Fall der Landschaftsgestalter und die Nadeln sind seine Werkzeuge und Bausteine.

Die Meridiane, in denen das sogenannte Qi durch die Landschaft fließt, sind die Flüsse, Bäche, Ströme, Seen und Meere. Wenn in der Umgebung Verschmutzungen, Überschwemmungen, Trockenheit, usw. entstehen, dann greift der Gestalter ein. Er errichtet Brücken, Stützpfeiler, schachtet Ab- und Zuflüsse, baut Dämme, verbindet, bewässert, pflanzt, sägt, verbrennt, usw.. Er arbeitet also mit den natürlichen Elementen … Wasser, Holz, Feuer, Erde und Metall. Diese sind Bestandteile unseres Körpers, der aus der Natur hervorgegangen ist. Sie sind also tatsächlich in uns vorhanden, sowohl in materieller Form, als auch in Form von Energie oder Qi. Das Qi des Holzes beispielsweise, finden wir vorrangig in der Leber gespeichert. Es hat bestimmte Eigenschaften, die denen des Holzes in der Natur ähnlich sind. Es verleiht uns z.B. Flexibilität, indem es die Sehnen nährt. Diese Flexibilität erhalten wir sogar für unseren Geist und unsere Emotionen, wenn das Holz-Qi reichlich vorhanden ist und frei fließen kann. Das Flussbett des Holz-Qi ist der sog. Leber-Meridian. So ähnlich verhält es sich auch mit den anderen o.g. Arten des Qi. Wenn nun z.B. zu viel Holz-Qi im Leber Meridian fließt bzw. es sich zu schnell bewegt, dann kann daraus Feuer entstehen. Dieses Feuer kann sich so weit im Körper ausbreiten, dass auch alle anderen Flüsse davon ergriffen werden und entweder austrocknen oder überfließen, denn sie haben untereinander zahlreiche Verbindungen. Fließt zu wenig Holz-Qi im Leber-Meridian, dann haben wir nicht genügend wärmendes Feuer für unsere Organfunktion. Um regulierenden Einfluss auf solche Ungeleichgewichte zu nehmen ist es möglich, z.B. etwas Energie aus dem Metall-Qi-Fluss und dem Wasser-Qi-Fluss zu nutzen um die anderen Elemente wieder einzudämmen. Außerdem kann man etwas von dem unbändigen Feuer ganz aus dem Körper herausleiten. An diesem Punkt greift der Gestalter ins Geschehen ein. Seine Aufgabe ist es die Elemente so zu beeinflussen, dass sie sich selbst wieder im Gleichgewicht halten. Er benutz die Nadel sozusagen als Spaten, Halteseil, als Ablassventil, Einfüllöffnung, als Richtung gebendes Element o.a.m.. Sie ist aber auch eine Antenne, welche unsere innere Körperlandschaft mit der äußeren Umwelt verbindet. Dadurch ist es möglich, dem Körper Energie von außen zuzuführen, sie nach außen abzuleiten oder sie innerhalb des Menschen umzulenken. Somit werden bestimmte Bereiche in uns aufgebaut und gestärkt oder gereinigt und entlastet.

Besondere Aufmerksamkeit gilt, wie bei allen naturheilkundlichen Methoden, dem Herausfinden der Ursachen. Auch in der Naturheilkunde ist es möglich, symptomatisch zu arbeiten und damit eine Abhängigkeit zwischen Behandler und Patient zu schaffen. Dies sollte niemals der Weg sein den man geht. Die Symptombehandlung sollte stets nur ein vorübergehendes Mittel sein, um Schwierigkeiten zu vermeiden, die der Patient nicht alleine bewältigen kann.